Ökostrom Vergleich – Verbrauchertipps und Hinweise

Vergleich von verschiedenen Ökostrom Zertifizierungen
Ökostrom - einfacherer Vergleich dank Zertifizierungen?

Einen Tarif für den umgangssprachlichen „Ökostrom“ hat mittlerweile fast jeder Stromanbieter im Angebot. Da ich mich sehr dafür interessiere, habe ich mir heute einmal die Mühe gemacht und etwas genauer hinterfragt, was dahinter steckt.

Zunächst einmal sollte man sich fragen, was sich hinter dem Begriff  „Ökostrom“ verbirgt. Das dürfte für die meisten von uns, allgemein gesagt, noch einfach sein: Diese Energie sollte aus erneuerbaren, regenerativen Quellen wie zum Beispiel Wind oder Photovoltaik produziert werden. Strom aus Atomkraft oder Kohlekraftwerken sind hier tabu. Soweit einmal der fromme Wunsch.

Doch bekannter weise gibt es häufig Mogelpackungen durch einfache Umverteilung von Stromkontingenten in diesem Bereich, was einen objektiven Vergleich schwierig machen kann. Daher habe ich mich auf die Suche nach möglichen Prüfsiegeln oder Zertifizierungen gebracht, zwei davon möchte ich heute etwas näher vorstellen:

ok power Gütesiegel

Hinter dem grün-weißen Logo mit einer symbolisierten Steckdose im Bild steht der Verein EnergieVision e.V. , welcher vom WWF Deutschland, dem Öko-Institut und der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen gegründet wurde.

Laut Auskunft des Vereins wird deren Gütesiegel durch ein Zertifizierungsverfahren vergeben und durch unabhängige Gutachter überprüft. Dabei gibt es verschiedene Modelle, mit denen die Zertifizierung erreicht werden kann. Diese Modelle haben beispielsweise unterschiedliche Vorgaben im Bereich der Stromerzeugung durch regenerative Energien, dem Alter von bestimmten Kraftwerken und der Initiierung von neuen Anlagen.

Lt. Auskunft auf der Homepage von EnergieVision sind aktuell (Stand April 2011) fast 30 Anbieter mit teilweise mehreren Produkten zertifiziert. Wer sich genauer über das ok power Gütesiegel und die genauen Vergabekriterien informieren möchte findet weitere Informationen auf deren Homepage www.ok-power.de.

Grüner Strom Label

Der eingetragene Verein Grüner Strom e. V. wurde 1999 in Bonn gegründet, das Label setzt sich optisch aus einem runden Kreis mit einer symbolisierten Sonne, Wasser und einer grünen Fläche zusammen.

Laut Auskunft des Vereins kennzeichnet das Label Ökostromprodukte mit hohem Umweltnutzen. Der Zertifizierungsansatz ist hier etwas anders als bei EnergieVision, denn die damit ausgezeichneten Energieversorger werden durch den Verein selbst überprüft und müssen mit einem Teil der Kundengelder neue regenerative Anlagen fördern. So soll schrittweise die Wende zu einer regenerativen Energieerzeugung gefördert und auch beschleunigt werden. Dementsprechend berichtet der Verein über sich selbst, dass rund 700 neue regenerativen Anlagen durch deren Kunden realisiert worden sind. Zusätzlich findet sich auf unter anderem auf deren Homepage eine Landkarte von Deutschland, die die Standorte der jeweiligen Anlagen (Photovoltaik, Windkraft, Biomasse und Wasserkraft) zeigt.

Unter www.gruenerstromlabel.org können sich Interessierte weitere Informationen abrufen und finden auch eine Liste mit zertifizierten Produkten.

 

Neben diesen beiden Institutionen gibt es noch weitere Einrichtungen wie beispielsweise den TÜV-Nord oder TÜV-Süd beziehungsweise ähnliche Labels wie z. B. das Renewable Energy Certificate System. Diese werde ich mir zu gegebener Zeit einmal ansehen.

 

Fazit: Die oben aufgeführten Informationen können beim Ökostrom Vergleich sinnvoll sein und eine gewisse Entscheidungshilfe geben. Letztendlich muss es jeder Stromkunde für sich selbst entscheiden, welchen Anbieter er wählt und welche Zertifizierungen für einen persönliche wichtig sind. Und die beste Variante ist es natürlich, Strom und Energie wo immer möglich einzusparen. Das freut die Umwelt am meisten.

 

2 Gedanken zu „Ökostrom Vergleich – Verbrauchertipps und Hinweise“

  1. Hallo Andi,
    vielen Dank für deinen Artikel. Ich habe mich auch gerade näher mit dem Thema beschäftigt – es ist eine bodenlose Frechheit, was heutzutage als Ökostrom verkauft wird. Die Verbraucher werden durch Begriffe wie „Öko“ absolut in die Irre geführt, deswegen rate ich nur jedem, auf Gütesiegel zu achten. Du hast ja auch schon eine zusammen getragen, meine Empfehlungen sind: ok-Power Label, Grüner Strom Label (in Silber und Gold), Gütesiegel Öko-Strom, TÜV – Zertifikat, RECS und EECS Zertifikate. Darüber hinaus sollte man sich unbedingt die Mühe machen und Stromanbieter vergleichen. Bei Stromauskunft.de zum Beispiel gibt es einen kostenlosen Tarifrechner, der alle Angebote mit einander vergleicht. Man könnte im Prinzip sogar direkt von da aus den Anbieter wechseln, spart damit Strom, Geld und tut was gutes für die Umwelt. Vielleicht noch einen Tipp zum Abschluss – man sollte sich unbedingt von Supersparangeboten, Fixverträgen und langen Kündigungsfristen fernhalten. So vermeidet man, in eine Abzocker-Falle zu treten.

    In diesem Sinne – viel Glück dabei!

    Gruß,
    Jutta

  2. hallo Andi,
    ich freue mich darüber, dass du in deinem artikel über möglichkeiten berichtest wie wir nutzer und stromverbraucher uns darüber klar werden köpnnen welcher strom wirklich verdient hat als ökostrom bezeichnet zu werden. Ich habe erst kürzlich darüber nachgedacht in berlin meinen stromanbieter zu wechseln – sparen und ökostrom – das waren die 2 Motivationen die ich hatte- aber selbst die großen stromkonzerne geben sich selner oft also ökostromanbiter aus. Da fehlte mir bisher etwas der überblick ..
    jetzt habe ich erstmal einen vergleich für stromanbieter in berlin gefunden. Also danke für die auflistung der Gütesiegel auch an dich liebe Jutta.

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