Das Erneuerbare Energien Gesetz EEG 2011/2012

Schon längere Zeit wollte ich einen Artikel über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bloggen um hier auch etwas Hintergrundwissen  vermitteln zu können. Dieses ist ja eines der zentralen Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg der Photovoltaiknutzung in Deutschland.

Die jüngste Änderung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz, oder kurz EEG, gab es am 28. Juli 2011. Sie wurde im Bundesgesetzblatt I ab Seite 1634 veröffentlicht und tritt am 1. Januar 2012 in Kraft. Es handelt sich dabei um ein Bundesgesetz aus der Kategorie der so genannten Einspruchsgesetze. Die Zielstellung dieses Gesetzes besteht darin, für die Erzeugung von elektrischer Energie so oft wie möglich auf fossile Energieträger zu Gunsten der Nutzung von erneuerbaren Energien zu verzichten. Zu den fossilen Energieträgern gehören neben Kohle auch Erdgas und Erdöl. Auch die Nutzung der Kernkraft zur Stromerzeugung soll nach den Bestimmungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes so schnell wie möglich der Vergangenheit angehören.

Als erster Anstoß für das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird heute das Stromeinspeisungsgesetz aus dem Jahr 1991 betrachtet. Dieses löste das ein Jahr zuvor geschaffene „Gesetz zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“ ab und wurde im Millemiumsjahr in das EEG überführt. Die im Jahr 2009 in Kraft getretene Novellierung des EEG setzte einen wichtigen Schwerpunkt, der darin bestand, den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30 Prozent auszubauen.

Genau das kommt heute den Besitzern von Solaranlagen mit Photovoltaik-Technik zugute. Sie können sich auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes nämlich darauf verlassen, dass ihnen die Betreiber der öffentlichen Stromnetze die selbst erzeugte Elektroenergie unabhängig von dem bei ihnen bestehenden Bedarf abkaufen müssen. Als einzige Ausnahme wird die wirtschaftliche Unzumutbarkeit anerkannt. Der Besitzer der Photovoltaik-Anlagen ist im Gegenzug dazu verpflichtet, seine Anlage beim Netzbetreiber anzumelden. Auch hier gibt es eine Ausnahme im EEG. Sie kommt dann zum Tragen, wenn der solar erzeugte Strom zur Deckung des Eigenbedarfs verwendet wird.

Doch die Eigentümer von Photovoltaik-Anlagen ziehen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz noch einen anderen Vorteil. Im Paragrafen 21 ist nämlich geregelt, dass die Abnahmepflicht für den erzeugten Strom durch die Netzbetreiber sich über einen Zeitraum von zwanzig Jahren zu gesetzlich festgelegten Entgelten erstreckt. Diese Frist beginnt mit dem Kalenderjahr, das auf die Inbetriebnahme der Photovoltaik-Anlage folgt. Dabei ist es völlig ohne Belang, ob es sich um eine Anlage handelt, die ausschließlich Photovoltaik-Module besitzt, oder ob sie mit einer solarthermischen Anlage zur Wärmeerzeugung gekoppelt ist.

Bei den zugesicherten Vergütungen für den in einer Photovoltaik-Anlage erzeugten Strom macht das Erneuerbare-Energien-Gesetz Unterschiede hinsichtlich der Dimensionierung Für eine kleinere private Anlage werden höhere Sätze pro Kilowattstunden gezahlt, als das bei einer großen Anlage der Fall ist. Besonders hohe Vergütungen erhalten die Besitzer einer Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung bis zu 500 Kilowatt. Die niedrigste Vergütung erhalten Anlagenbesitzer, die eine Kapazität von mehr als 50 Megawatt zur Verfügung stellen.

Mit dieser Vorgehensweise soll die Lukrativität der Anschaffung von privaten Photovoltaik-Anlagen erhöht werden. Die Differenz zwischen den Kosten für den selbst aus dem öffentlichen Netz bezogenen und den Entgelten für die Einspeisungen sorgt zusammen mit der langen garantierten Lebensdauer einer Solaranlage dafür, dass eine gute Amortisierung erzielt werden kann. Sie erfolgt noch früher, wenn man in einem Bundesland lebt, in dem es darüber hinaus noch Zuschüsse für den Bau oder Kauf gibt. Wo das nicht der Fall ist, kann man sich auch mit einem Förderkredit unter die Arme greifen lassen.

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